Kniearthrose ist weit verbreitet:

Die ersten Schritte nach dem Aufstehen fallen schwer, Treppensteigen schmerzt und längere Spaziergänge werden anstrengend: Kniearthrose kann den Alltag spürbar verändern. Doch wie viele Menschen sind betroffen? Und warum entwickelt sich gerade im Knie so häufig eine Arthrose?

Was aktuelle Zahlen zeigen

Der Gesundheitsatlas Deutschland weist für 2024 bei rund 7,3 Prozent der Bevölkerung eine dokumentierte Kniearthrose aus. Das entspricht ungefähr jedem vierzehnten Menschen. Erfasst werden Erkrankungsfälle bei Personen ab 20 Jahren, bei denen die Krankheit im jeweiligen Jahr dokumentiert wurde. Die Zahl beschreibt deshalb die erfassten Fälle und schließt unerkannte Erkrankungen nicht ein.

Auch weltweit ist das Knie besonders häufig betroffen. Eine 2025 veröffentlichte Auswertung der internationalen Krankheitslaststudie schätzt, dass 2021 rund 375 Millionen Menschen mit Kniearthrose lebten. Insgesamt waren etwa 607 Millionen Menschen von Arthrose verschiedener Gelenke betroffen. Das Knie stand dabei an erster Stelle. Die Datenjahre liegen zurück, weil große Gesundheitsstudien Zeit für Erhebung und Auswertung benötigen.

Was passiert bei einer Kniearthrose?

Im gesunden Knie ermöglicht eine glatte Knorpelschicht, dass sich die Gelenkflächen reibungsarm bewegen. Bei Arthrose verändert sich dieser Knorpel und wird dünner. Die Erkrankung betrifft allerdings das gesamte Gelenk, einschließlich des Knochens und der umliegenden Gewebe. Schmerzen, Steifigkeit und eingeschränkte Beweglichkeit können die Folge sein.

Warum kommt Kniearthrose so häufig vor?

Meist gibt es keine einzelne Ursache. Mehrere Risikofaktoren wirken zusammen und können die Entstehung begünstigen.

Das Alter spielt eine große Rolle

Mit zunehmendem Alter steigt das Arthroserisiko. Da immer mehr Menschen ein höheres Lebensalter erreichen, nimmt auch die Zahl der Betroffenen zu. Kniearthrose kann jedoch ebenso jüngere Menschen betreffen, beispielsweise nach einer Gelenkverletzung. Arthrose ist keine zwangsläufige Folge des Älterwerdens.

Übergewicht belastet das Knie zusätzlich

Ein höheres Körpergewicht erhöht die Belastung der Kniegelenke. Besonders starkes Übergewicht zählt zu den wichtigen Risikofaktoren. Hinzu kommt, dass Übergewicht entzündliche Prozesse im Gelenk verstärken kann. Der Zusammenhang geht also über die reine Gewichtsbelastung hinaus.

Frühere Verletzungen können langfristig nachwirken

Verletzungen des Meniskus oder des Kreuzbands können die Entstehung einer Kniearthrose begünstigen. Auch andere Gelenkverletzungen oder eine langjährige Überbeanspruchung spielen eine Rolle. Deshalb lohnt es sich, frühere Verletzungen bei der ärztlichen Abklärung von Kniebeschwerden anzusprechen.

Fehlstellungen und Veranlagung beeinflussen das Risiko

Bei ausgeprägten Fehlstellungen kann sich die Belastung im Gelenk ungünstig verteilen. Auch die genetische Veranlagung beeinflusst das Arthroserisiko. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Wie sich diese Faktoren auswirken, ist individuell unterschiedlich.

Bewegung bleibt wichtig

Der Begriff „Gelenkverschleiß“ vermittelt leicht den Eindruck, dass sich das Knie durch Bewegung immer weiter abnutzt. Tatsächlich braucht das Gelenk angemessene Bewegung. Sie unterstützt die Versorgung des Knorpels und kräftigt die stabilisierende Muskulatur.

Regelmäßige, passende Kräftigungsübungen können Schmerzen lindern und die Gelenkfunktion verbessern. Bei Übergewicht kann zusätzlich eine Gewichtsabnahme entlasten. Welche Maßnahmen sinnvoll sind, richtet sich nach den Beschwerden und der persönlichen Situation.

Die eigene Mobilität im Blick behalten

Die Zahlen zeigen, wie viele Menschen mit Kniearthrose leben. Für Betroffene zählt vor allem, ihren Alltag weiterhin möglichst aktiv gestalten zu können. Beschwerden ärztlich abklären zu lassen und passende Unterstützung zu finden, sind dafür wichtige Schritte.

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Arthrose ist eine der häufigsten Gelenkerkrankungen und betrifft Millionen Menschen und das nicht nur im höheren Alter, auch jüngere sind zunehmend betroffen. Trotzdem gibt es viele Missverständnisse rund um das Thema. Oft wird Arthrose pauschal als „Verschleiß“ bezeichnet, der zwangsläufig mit Schmerzen und Bewegungseinschränkungen einhergeht.

Die Erkrankung ist deutlich komplexer, als es auf den ersten Blick scheint. Neben mechanischen Faktoren spielen auch Entzündungsprozesse, Stoffwechselveränderungen, hormonelle Einflüsse und individuelle Belastungen eine wichtige Rolle.

5 überraschende Fakten über Arthrose

1. Knorpel hat keine Nerven

Der Gelenkknorpel selbst ist nicht schmerzempfindlich, da er keine Nerven enthält. Das bedeutet: Schäden am Knorpel verursachen zunächst keine direkten Schmerzen. Viele Betroffene sind überrascht, dass der tatsächliche Knorpelabbau oft lange unbemerkt bleiben kann.

Die Schmerzen entstehen meistens indirekt, etwa durch Reizungen der umliegenden Strukturen wie der Gelenkinnenhaut, durch Veränderungen im darunterliegenden Knochen oder durch entzündliche Prozesse im Gelenk. Deshalb steht das Ausmaß der Schmerzen nicht immer im direkten Verhältnis zum sichtbaren Schaden im Gelenk.

2. Gelenke wolle gezielt bewegt werden

Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass Bewegung das Gelenk bei Arthrose zusätzlich schädigt. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall: Gelenke sind auf regelmäßige Bewegung angewiesen, um gesund zu bleiben.

Durch Bewegung wird die Gelenkflüssigkeit besser verteilt, wodurch der Knorpel mit wichtigen Nährstoffen versorgt wird. Gleichzeitig wird die Muskulatur gestärkt, die das Gelenk stabilisiert und entlastet. Entscheidend ist dabei die richtige Art und Dosis der Bewegung: gelenkschonende Aktivitäten wie Radfahren, Schwimmen oder Spazierengehen sind besonders geeignet. Schonung hingegen kann langfristig zu einer Verschlechterung führen.

3. Arthrose ist nicht nur „Verschleiß“

Der Begriff „Verschleiß“ greift bei Arthrose zu kurz. Heute weiß man, dass es sich um einen komplexen Prozess handelt, bei dem nicht nur mechanische Abnutzung eine Rolle spielt.

Auch Entzündungsreaktionen, Veränderungen im Stoffwechsel und hormonelle Einflüsse sind für die Gesundheit unserer Gelenke maßgebend. Diese Prozesse beeinflussen nicht nur den Knorpel, sondern auch die Gelenkinnenhaut, den Knochen und das umliegende Gewebe. Dadurch entsteht ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren, das die Beschwerden verstärken kann. Arthrose ist also keine reine „Abnutzung“, sondern eine vielschichtige Gelenkerkrankung.

4. Auch junge Menschen können betroffen sein

Arthrose wird häufig als Alterskrankheit wahrgenommen, kann jedoch auch deutlich früher auftreten. Besonders nach Verletzungen, wie zum Beispiel einem Kreuzbandriss oder Meniskusschaden, steigt das Risiko für eine spätere Arthrose deutlich an.

Auch Fehlstellungen wie O- oder X-Beine, Überlastung durch Sport oder körperlich belastende Berufe können eine Rolle spielen. Entscheidend ist daher nicht nur das Alter, sondern die individuelle Belastungsgeschichte eines Gelenks. Arthrose ist somit keine reine Frage des Alters, sondern der langfristigen Belastung und Stabilität.

5. Wetterfühligkeit ist real

Viele Menschen mit Arthrose berichten, dass sich ihre Beschwerden bei bestimmten Wetterlagen verändern. Besonders Kälte, hohe Luftfeuchtigkeit oder schnelle Wetterumschwünge werden häufig mit verstärkten Schmerzen in Verbindung gebracht.

Auch wenn die genauen Mechanismen wissenschaftlich noch nicht vollständig geklärt sind, zeigen Studien tatsächlich Zusammenhänge zwischen Wetterveränderungen und Schmerzempfinden. Vermutet werden unter anderem Auswirkungen auf Gewebespannung und Druckverhältnisse im Gelenk. Wichtig ist: Die Wahrnehmung der Betroffenen ist real und sollte ernst genommen werden.

 

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